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Klima-wandeln?

“Fuck for Forest” verkauft privat gedrehte Pornos im Internet, um mit dem Geld den Regenwald zu retten, Friday for Futures vs. Ende Gelände, ökologische Absurdität der angeblichen Energiewenden und viel zu niedrig gesteckter Klimaziele: wie genau findet man sich eigentlich im Chaos der Klimaschutzbewegungen, Umweltpolitik und drohenden Umweltkatastrophen zurecht?

Um euch (und vor allem mir) die Orientierung im wichtigsten Thema unsere Zeit zu erleichtern, habe ich hier 10 Fakten zum Klimawandel gesammelt. Während der Recherche war ich mal wieder schockiert, wie viele Gegenbewegungen es doch gibt. Es wird sich eher darauf fokussiert, dass Linksextremisten die Klimaschutzbewegung instrumentalisieren, dass irgendein Wissenschaftler mal wieder raus gefunden hat dass der Klimawandel doch nicht die Schuld des Menschen ist und dass Massensterben von Arten ein natürliches Phänomen ist anstatt sich auf das Eine zu konzentrieren, dass wir ganz sicher wissen: ohne uns, unser Plastik, unsere Industrie und vor allem unsere Abgase würde die Situation in unserem Ökosystem um einiges besser aussehen.

#10 Fakten zum Klimawandel

#1 Das Klima der Erde unterliegt vielen natürlichen Schwankungen, beeinflusst durch Sonneneinstrahlung, Änderungen der Atmosphäre z.B. durch Vulkanausbrüche und Sonnenaktivität. In der Vergangenheit durchlief die Erde immer wieder großen Temperaturschwankungen. So begann die letzte Kaltzeit der Erde vor 115.000 Jahren und endete vor ca. 11.700 Jahren – ein langer Zeitraum, in dem der Planet natürliche Prozesse durchlief.

#2 In der Vergangenheit durchlief die Geschichte des Lebens fünf bisher bekannte Artensterben, jeweils über einen Zeitraum von tausend bis mehreren hunderttausend Jahren, die im Abstand von mehreren 10 Millionen Jahren stattfanden. Hauptauslöser waren hier der Beginn der Photosynthese, der den für die meisten Arten toxischen Sauerstoff in die Atmosphäre brachte, die Erwärmung der Meere aufgrund hoher seismischer Aktivitäten und den berühmten Kometeneinschlag auf der Yucatan, der die Erdatmosphäre durch Staub verdunkelte und somit die Temperatur rapide absinken ließ. Im Vergleich dazu sind jetzt im Moment über eine Millionen von ca. 8 Millionen (bekannten) Tier- und Pflanzenarten weltweit vom Aussterben bedroht, und all das in einem Zeitraum von ca. 100 Jahren.

#3 Der heutige Klimawandel ist nicht ausschließlich, aber hauptsächlich menschengemacht. Vor allem die erhöhte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre erzeugt den sogenannten Treibhauseffekt, bei der die kurzwellige Strahlung der Sonne eintreten, aber die langwellige Infrarotstrahlung, kurz Wärme, nicht mehr austreten kann. Bei Auftreffen auf die Erdoberfläche werden die Sonnenstrahlen als Wärme reflektiert, die durch die vielen Partikel in der Atmosphäre dann nicht mehr austreten kann und zu weiterer Erwärmung führt. Eigentlich ist der Treibhauseffekt etwas sehr Gutes, da er unsere Atmosphäre, die wir zum Leben brauchen, stabilisiert und für eine konstanten Temperaturdurchschnitt sorgt, ohne den wir sehr schnell erfrieren würden.

#4 Treibhausgase werden in CO2 Äquivalenten gemessen. Da CO2 natürlich nicht das einzige Treibhausgas ist, werden die anderen Gase mit der Klimawirksamkeit von Kohlenstoffdioxid als Richtgröße in Bezug gesetzt um diese besser vergleich zu können. So ist Methan zum Beispiel 21 mal klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid und wird dementsprechend gerechnet. Kohlendioxid ist ein natürlich vorkommendes Gas, das bei allen lebenden (atmenden) Prozessen von Pflanzen und Tieren durch die Verbindung von Sauerstoff und Kohlenstoff entsteht. Seit 1990 stieg der Ausstoß weltweit von 22,6 Milliarden auf 37,9 Milliarden Tonnen jährlich – Industrie, Transport und Produktion fordern weltweit ihren Tribut. Steigt die Temperatur weiter, taut der Permafrostboden und setzt unter anderem gebundenes Getan frei, dass den Treibhauseffekt um ein vielfaches verstärken wird. Eine Kettenreaktion wird in Gang gesetzt.

#5 Auf der Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 wurde beschlossen, dass sich die globale Temperatur bis Ende dieses Jahrhunderts maximal um zwei Grad erwärmen darf. Wissenschaftler haben aber allerdings fest gestellt, das schon eine Erwärmung von 1,5 Grad zu einer katastrophalen Kettenreaktion führen kann, die wir nicht mehr kontrollieren können. Wobei das Wort kontrollieren hier kaum angebracht hat – unsere Illusion von “Kontrolle” hat uns dort hin geführt, wo wir heute sind. Wir haben zu extrem in das Ökosystem eingegriffen, von dem wir ein Teil sind, und zu spät verstanden dass wir immer ein Teil davon bleiben werden. Bereits jetzt ist die globale Temperatur um fast ein Grad gestiegen.

#6 Die Auswirkungen des Klimawandels reichen vom Schmelzen der Gletscher und Polkappen und dem damit einhergehenden Anstieg der Meeresspiegel über Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen, Hitzewellen und extremes Wetter bis hin zum sechsen Artensterben, das wahrscheinlich schon begonnen hat. Schon in einem Jahrhundert könnte ein Großteil der heutigen Arten ausgestorben sein und somit wäre ein Löwe, eine Giraffe oder sogar eine Eiche für die Kinder meiner Enkel nur noch eine Legende.

#7 Schon jetzt steigt der Meeresspiegel mit einer Geschwindigkeit von ca. 3,2 mm pro Jahr. Rechnet man das auf 10, 100 oder 200 Jahre verschwinden ganze Ländern, Inseln und Landmassen unter dem Wasser. Extreme Voraussagen sprechen sogar von bis zu 1m bis 2100 – und das ohne sichtbaren Stop. Das Klimasystem der Erde ist sehr träge und demnach hat alles, was die Menschheit heute anrichtet Auswirkungen auf hunderte und sogar tausende Jahre der Zukunft.

#8 Weltweit häufen sich Überschwemmungen, Stürme, Erdrutsche, Dürren, Hitzewellen und Waldbrände. Seit 2000 hat sich die Zahl der Naturkatastrophen weltweit mehr als verdoppelt und 1,2 Millionen Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Bereits jetzt befinden sich nach einem Artikel, der Anfang 2017 vom Hilfsorganisationen-Verbands Oxfam veröffentlicht wurde, weltweit fast 24 Mio. Menschen vor allem aus ärmeren Ländern aufgrund von Wetterextremen auf der Flucht. Bis 2040 werden bis zu 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit erwartet. Doch wohin, wenn der Klimawandel doch uns alle trifft?

#9 Durch den kontinuierlichen Anstieg der Temperaturen häufen sich auch die Trockenzeiten, was langfristig zu Wasserknappheit führt. Vor allem in Ländern, die hauptsächlich auf Landwirtschaft angewiesen sind oder schon immer mit mangelndem Trinkwasserzugang zu kämpfen haben, wird das in Zukunft zu massiven Problemen führen. Auch wenn der Weste denken mag, dass uns “Das Problem mit dem Wasser” nicht betreffen wird, werfe einmal einen Blick auf das Herkunftsland der Früchte und des Gemüses im Supermarkt. Denn auch das Sojaprodukt aus Afrika, Südamerika oder Asien braucht viel Wasser, um zu wachsen.

#10 Die Industriestaaten treiben den Klimawandel durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas munter voran. China, USA, Indien und Russland sind für ganze 50% der jährlich weltweiten Emissionen verantwortlich. Die Länder, die am wenigsten Emissionen verursachen sind die, die von den Folgen des Klimawandels am härtesten getroffen werden. Hier gibt es kein Geld und keine Infrastruktur, um Dämme zu errichten und Wasser aus weit entfernten Gegenden für die Landwirtschaft heran zu schaffen. Diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben werden (mal wieder) zuerst dafür bezahlen, was der Westen angerichtet hat.

Aber natürlich gibt es auch immer etwas, dass man tun kann. Oft wird gesagt, dass ein Einzelner nichts erreichen kann. In Zeiten der globalen Technisierung und Vernetzung sehe ich immer wieder Leute, die sich für einen vegetarischen oder sogar veganen Lebensstil entscheiden. Diese Menschen treffen diese Entscheidung unabhängig von einander und sind trotzdem global geeint in ihrer Mission. Aus einem werden auf einmal viele. Dieses Prinzip der unsichtbaren Vernetzung, geteiltem Spirits und vereinter Mission ist etwas, dass mich schon immer unglaublich fasziniert hat. Morgen findest du hier 10 Dinge, die du tun kannst um das Klima zu schonen. Ich freue mich auf dich!

Liebe Grüße aus Tulum, Rini

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