political, Thoughts

Nehmen und erkennen

Das was immer war nennt es jetzt Freiheit, Normalität wird zur Besonderheit und eine Selbstverständlichkeit zum Traum.

Dadurch dass es nicht fliegen kann erkennt es, was für ein Privileg es war immer fliegen zu können.

Dadurch dass es nicht atmen kann erkennt es, was für ein Geschenk der freie Atem immer war.

Dadurch dass es vermissen muss erkennt es wie unwichtig es selbst und alles drumherum ist. Es erkennt seinen Platz und seinen Sinn, es erkennt sein Hoch und sein Tief, es sieht seinen Weg ganz klar. Doch es kann ihn nicht gehen denn Wege sind versperrt.

Dadurch dass die denen es begegne nicht nur Masken sondern nun auch Masken tragen sind Gespräche zu absurd. Es erkennt, wie wunderbar die Sache ist nur eine Maske zu entschlüsseln.

Dadurch dass es nicht feiern kann erkennt es wie wertvoll und einzigartig all die Nächte in den Clubs und Bars waren die es als selbstverständlich angesehen hat.

Dadurch dass Dinge auf einmal verschwinden die immer da waren erkennt es wo das, was ihm gegeben wurde, auf einmal nicht mehr gegeben wird. Es erkennt wie totalitär und absolut die Anderen sind.

Dadurch dass Grenzen, obwohl man doch von oben gar keine Grenzen sieht, plötzlich geschlossen sind kann es sein Herz nicht in die Freiheit schicken und muss durch ein Fenster sehnen, durch einen Lufthauch sprechen, mit den heimlichen Träumen leben.

Dadurch dass es blind war sieht es wie das, was vereinen sollte, spaltet.

Als es Sicherheit hatte über das was in der Zukunft passiert war diese Sicherheit keine Sicherheit sondern einfach nur die Zukunft. Früher war der Plan die Zukunft und die Zukunft der Plan. Heute ist Plan und Zukunft so kontrovers dass es fast kafkaesk erscheint.

Wenn die Freiheit zum Gefängnis wird und wenn es aus dem Gefängnis heraus erkennt dass Freiheit so viel mehr ist als freie Bewegung. Freie Gedanken, freie Wege, freie Emotionen.

Dadurch dass ihnen Dinge genommen werden erkennen sie Freiheiten erst als Freiheiten an. Etwas, das selbstverständlich erscheint wird auf einmal besonders und einzigartig.

Etwas, das selbstverständlich erschien wird auf einmal unerreichbar.

2 thoughts on “Nehmen und erkennen”

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